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Samaria-Schlucht Wanderung: Öffnungszeiten, Länge, Bus und Fähre – und warum man den Tag vom letzten Schiff aus plant

Vom Moris-Insider-Team·30. September 2026·10 Min. Lesezeit

Die Samaria-Schlucht plant man rückwärts. Der Weg endet in Agia Roumeli, einem Dorf ohne Straße, und von dort kommt man nur mit dem Schiff am späten Nachmittag weg. Wer das begriffen hat, wählt den richtigen Bus am Morgen – und merkt, dass der bequemste, um 8.45 Uhr, einem langsamen Wanderer im schlechtesten Fall keine einzige Minute Puffer lässt. Dazu: Länge und Öffnungszeiten, warum die Knie und nicht die Kondition entscheiden, was die Rückfahrt kostet, und warum die Schlucht an manchen Tagen einfach geschlossen ist – so wie am 30. September 2026, dem Tag, an dem dieser Artikel entstand.

Die Samaria-Schlucht plant man vom letzten Schiff aus

Die meisten Tipps zur Samaria-Schlucht handeln von Schuhen und Wasser. Beides stimmt. Aber es ist nicht das, was über Ihren Tag entscheidet. Entscheidend ist, dass der Weg in einem Dorf ohne Straße endet. Agia Roumeli liegt am Libyschen Meer, am Ausgang der Schlucht, und man verlässt es nur auf dem Wasser.

Die KTEL, die Busgesellschaft von Chania, richtet ihre Rückfahrten nach dem Schiff um 17.30 Uhr: Der Bus ab Chora Sfakion fährt um 18.30 Uhr „nach Ankunft des Schiffes aus Agia Roumeli“. Wer dieses Schiff verpasst, verbringt die Nacht im Dorf.

Deshalb plant man diese Wanderung rückwärts: erst das Schiff am Abend, dann die Gehzeit, dann der Bus am Morgen. So herum gerechnet, sieht die Wahl des Busses plötzlich ganz anders aus.

Länge und Gelände: eine Wanderung für die Knie, nicht für die Lunge

Die Samaria-Schlucht ist rund 16 Kilometer lang, vom Eingang Xyloskalo auf dem Omalos-Plateau bis Agia Roumeli. Der Einstieg liegt auf etwa 1230 Metern, das Ziel auf Meereshöhe. Das macht im Schnitt rund 77 Höhenmeter bergab pro Kilometer – und bergauf geht es praktisch nie.

Das blaue Schild „Nationalpark Samaria“ auf Griechisch und Englisch am Eingang Xyloskalo, dahinter Wanderer an einem Geländer und ein heller, zerklüfteter Felsgipfel.
Xyloskalo, rund 1.230 m hoch: der Einstieg. Ab hier geht es fast nur noch bergab. Photo : Deneb · Public domain

Genau das unterschätzen viele. Eine Wanderung ohne Anstieg klingt leicht. In Wahrheit bremsen Oberschenkel und Knie fünf bis sieben Stunden lang. Der erste Abschnitt ist der steilste, auf glatt getretenen Steinen, und dort passieren die meisten Unfälle. Danach: Steine, Steine und noch mehr Steine, Waldwege, Flusskies und mehr als ein Dutzend Bachquerungen. Die letzten drei Kilometer sind flach – und ohne Schatten.

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Was daraus folgt: feste Wanderschuhe mit Profil, keine Sandalen. Wanderstöcke, weil sie beim Abstieg die Knie entlasten. Genug Wasser, Sonnenschutz und etwas zu essen. Die längste Pause macht man im verlassenen Dorf Samaria, etwa auf halber Strecke.

Zwei Holzpfosten mit den Nummern 6 und 7 am Wegrand der Samaria-Schlucht, zwischen trockenen Kiefernnadeln und Steinen.
Die Kilometerpfosten zählen mit. Rechnen Sie Ihr Tempo nach den ersten zwei, nicht nach der Karte. Photo : Luu · Public domain

Ein Tipp, den kaum jemand gibt: Die Kilometer sind am Weg markiert. Messen Sie Ihre Zeit für die ersten zwei Kilometer und rechnen Sie hoch. Wer hier schon deutlich länger braucht als gedacht, weiß früh, dass er auf die Pausen achten muss.

Welcher Bus am Morgen? Die Rechnung, die den Tag entscheidet

Ab Chania fahren die KTEL-Busse nach Omalos und Xyloskalo um 5.00, 7.45 und 8.45 Uhr. Die Fahrt dauert rund anderthalb Stunden. Rechnen wir eine Viertelstunde für Ticket, Toilette und Wasser dazu, und eine Gehzeit von 5 bis 7 Stunden. Das Schiff fährt um 17.30 Uhr.

Samaria-Schlucht: Puffer vor dem Schiff um 17.30 Uhr, je nach Bus
Bus ab ChaniaStart in XyloskaloAnkunft Agia Roumeli (5–7 Std.)Puffer vor dem Schiff
5.00 Uhr7.00 Uhr12.00 Uhr – 14.00 Uhr5 Std. 30 Min. – 3 Std. 30 Min.
7.45 Uhr9.30 Uhr14.30 Uhr – 16.30 Uhr3 Std. – 1 Std.
8.45 Uhr10.30 Uhr15.30 Uhr – 17.30 Uhr2 Std. – keine

Der Bus um 5.00 Uhr ist unbequem, aber er lässt selbst einem langsamen Wanderer 3 Std. 30 Min. Luft – für Pausen, ein Bad im Meer, ein Essen im Dorf. Der Bus um 7.45 Uhr ist der vernünftige Kompromiss: im schlechtesten Fall 1 Std. Puffer.

Der Bus um 8.45 Uhr ist der, den man nimmt, wenn man „nicht um vier aufstehen will“. Er lässt einem schnellen Wanderer 2 Std. – und einem, der sieben Stunden braucht, keine. Das ist nicht unmöglich. Aber jede längere Pause, jede Warteschlange an den engen Stellen und jede Blase geht direkt vom Schiff ab. Wer nicht sicher weiß, dass er unter sechs Stunden bleibt, nimmt einen früheren Bus.

Mit dem Auto? Das Problem ist der Parkplatz am falschen Ende

In Xyloskalo gibt es einen Parkplatz. Nur steht das Auto dann am Anfang des Weges, und Sie kommen am anderen Ende heraus, im Dorf ohne Straße. Über Chora Sfakion heißt die Rückkehr zum Auto: Schiff, dann 74 Kilometer nach Chania und 38 hinauf nach Omalos – 112 Kilometer Straße für 16 Kilometer Fußweg. Deshalb sagen wir in unserer Westkreta-Rundreise: Am Samaria-Tag bleibt das Auto stehen.

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Es gibt eine Ausnahme, die kaum jemand erwähnt. Die KTEL führt einen Bus von Sougia nach Xyloskalo um 18.15 Uhr, der auf das Schiff aus Agia Roumeli wartet. Wer mit dem Auto kommt, nimmt also das Schiff nach Sougia (17 €) statt nach Chora Sfakion und fährt mit dem Bus zum eigenen Auto zurück. Prüfen Sie am Vortag, ob er fährt: Er ist Ihre einzige Verbindung.

Die bequemste Lösung ist eine organisierte Tagestour ab Chania, Rethymno oder den Strandorten: Der Bus bringt Sie morgens nach Xyloskalo und holt Sie abends in Chora Sfakion ab. Vergleichen Sie genau, was im Preis steckt – Eintritt und Schiff sind nicht immer dabei – und wann der Bus abfährt: Es gilt dieselbe Rechnung wie oben.

Ticket, Öffnungszeiten, Wetter: an welchen Tagen die Schlucht zu ist

Die Schlucht ist ein Nationalpark und hat eine Saison: vom 1. Mai bis 31. Oktober. 2026 öffnete sie tatsächlich erst am 19. Mai, nach den jährlichen Arbeiten am Weg – viele Reiseführer schrieben „Anfang Mai“. Für die ganze Durchquerung kommt man laut der Informationsseite des Parks zwischen 7 und 13 Uhr hinein; danach nur noch für einen kurzen Spaziergang. Um 18 Uhr muss man draußen sein.

Das Ticket ist Pflicht und wird online auf dem offiziellen Portal samaria-tickets.necca.gov.gr gekauft. Das Portal zeigt keine öffentliche Preisliste; die Reiseführer 2026 nennen 10 Euro, frei für unter 18- und über 65-Jährige. Prüfen Sie den Betrag beim Bezahlen.

Und vor allem: Der Park schließt bei Unwetterwarnung, beide Eingänge, auf Grundlage der Vorhersage des nationalen Wetterdienstes. Am 17. September 2026 war er zu, und am 30. September, dem Tag, an dem wir diesen Artikel schreiben, ebenfalls – Starkregen und Gewitter angekündigt. Im Herbst ist das keine Ausnahme. Schauen Sie am Vorabend und am Morgen auf das Portal, und planen Sie Samaria nicht auf Ihren letzten Tag: Dann gibt es keinen Ersatztermin.

Unterwegs: das verlassene Dorf, die Eisernen Tore, die Kri-Kri

Etwa auf halber Strecke liegt das Dorf Samaria, das der Schlucht den Namen gab. Seine Bewohner mussten es verlassen, als das Gebiet 1962 zum Nationalpark wurde. Heute ist es der Rastplatz: die Stelle für die lange Pause, nicht für eine Stunde.

Die Eisernen Tore der Samaria-Schlucht: ein schmaler Durchgang zwischen zwei senkrechten Felswänden, oben ein Streifen blauer Himmel.
Die Eisernen Tore: drei, vier Meter breit. Hier ist die Schlucht am engsten – und am vollsten. Photo : Anna Saini · CC BY-SA 4.0

Kurz vor dem Ende kommen die Eisernen Tore, die berühmteste Stelle: Die Wände rücken auf drei, vier Meter zusammen, senkrecht, und der Weg läuft am Bach entlang hindurch. Hier staut es sich am späten Vormittag. Wer früh gestartet ist, hat sie fast für sich.

Eine Kri-Kri, die kretische Wildziege, mit langen, nach hinten gebogenen Hörnern, auf steinigem, trockenem Boden im Sonnenlicht.
Die Kri-Kri, für die der Nationalpark 1962 gegründet wurde. Scheu, und meist weit oben am Hang. Photo : Lapplaender · CC BY-SA 3.0 de

Der Nationalpark wurde gegründet, um die Kri-Kri zu schützen, die kretische Wildziege. Sie ist scheu und hält sich meist hoch am Hang auf. Füttern Sie sie nicht, auch wenn sich eine nähert. Und bleiben Sie auf dem Hauptweg: Das ist hier keine Empfehlung, sondern Regel.

Samaria mit Kindern oder ohne 16 km: der umgekehrte Weg

Wer keine sechzehn Kilometer bergab gehen will oder kann, muss auf die Schlucht nicht verzichten. Der Park hat einen zweiten Eingang, unten in Agia Roumeli. Man kommt mit dem Schiff an, geht die Schlucht hinauf bis zu den Eisernen Toren und kehrt um, wann man will. Die Einheimischen nennen das den „faulen Weg“.

Für Familien ist das die vernünftige Samaria. Die engste Stelle sehen Sie trotzdem, der Rückweg ist frei wählbar, und am Ende wartet der Strand. Die Kosten: Unter 18 ist der Eintritt laut den Reiseführern frei; das Schiff kostet ab Chora Sfakion 17 € pro Erwachsenem und 8,50 € für Kinder von 5 bis 12. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt für die Rückfahrt also 51 Euro – für die Hinfahrt noch einmal.

Ankunft in Agia Roumeli: Schiff, Bus und was die Rückfahrt kostet

Agia Roumeli vom Meer aus gesehen: ein paar weiße Häuser an einem Kiesstrand, dahinter die Mündung der Schlucht zwischen hohen, kahlen Bergen.
Agia Roumeli vom Schiff aus: das Ende des Weges. Wer hier ankommt, fährt nur noch übers Meer weiter. Photo : Dkoukoul · CC BY-SA 3.0

In Agia Roumeli gibt es Tavernen, einen Kiesstrand und Zeit – wenn Sie sie sich gelassen haben. Die Fähre der Gesellschaft ANENDYK fährt nach Chora Sfakion (17 €), nach Sougia (17 €), nach Loutro (14 €) oder nach Paleochora (25 €), Kinder von 5 bis 12 zahlen die Hälfte. Nach Chora Sfakion dauert es rund eine Stunde, dort wartet der Bus um 18.30 Uhr nach Chania.

Wer nicht am selben Tag zurück muss, bleibt eine Nacht an der Südküste – in Loutro zum Beispiel, das man ebenfalls nur per Schiff erreicht. Warum sich die Südküste eher zum Bleiben als zum Ausfliegen eignet, erklären wir in Kreta: Wo übernachten?

Die Checkliste für den Vorabend

1. Portal prüfen: Ist die Schlucht morgen offen? 2. Ticket online kaufen. 3. Bus wählen – nach Ihrer Gehzeit, nicht nach Ihrem Wecker. 4. Mit Auto: den Bus Sougia–Xyloskalo um 18.15 Uhr bestätigen, oder das Auto stehen lassen. 5. Schuhe mit Profil, Stöcke, Wasser, Sonnenschutz, Bargeld für Schiff und Taverne. 6. Uhrzeit des Schiffes aufschreiben: 17.30 Uhr. Alles andere richtet sich danach.

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Moris Insider

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