Guide von Einheimischen

Die schönsten Wanderungen auf Mauritius: der Insider-Guide

Vom Moris-Insider-Team·24. Juli 2026·9 Min. Lesezeit

Man fliegt wegen der Lagune nach Mauritius — und kommt mit bestiegenen Bergen zurück. Kaum ein Besucher weiß es: Diese kleine Insel von 65 mal 45 Kilometern vereint einen UNESCO-Gipfel, einen Nationalpark mit 60 km Wegen, Grate hoch über der Hauptstadt und Wasserfälle, in denen man nach der Tour badet. Hier sind unsere sechs schönsten Wanderungen — die wir selbst immer wieder gehen — mit echten Zahlen und ehrlichen Tipps. Und damit Sie jeden Weg sofort finden: alles ist bereits auf der interaktiven Entdeckerkarte markiert, Wetter inklusive.

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Wir leben vor Ort und betreiben Moris Insider, den Mauritius-Guide mit Karte, gemeinsam mit Einheimischen entwickelt. Dieser Guide verkauft nichts: keine erfundenen Preise, keine schöngeredeten Schwierigkeiten. Nur die Wege, die wir lieben — in der Reihenfolge, in der wir sie Freunden empfehlen.

🥾 Die goldene Regel beim Wandern auf Mauritius: früh starten, wirklich früh. Ab Mittag drückt die Hitze und Wolken hängen sich an die Gipfel — derselbe Grat zeigt um 8 Uhr ein glasklares Panorama und um 13 Uhr eine weiße Wand. Ein Start im Morgengrauen ändert alles.

Le Morne Brabant: der ikonische Aufstieg

Wenn Sie nur eine Tour machen, dann diese. Der Le Morne Brabant (556 m) an der Südwestspitze ist seit 2008 UNESCO-Welterbe: Der Berg war Zufluchtsort entflohener Sklaven, und man besteigt ihn nicht ganz wie jeden anderen. Rechnen Sie mit 3 bis 4 Stunden hin und zurück: Der erste Teil steigt auf breitem Weg durch Wald und ist für jeden geübten Spaziergänger machbar; der Gipfelabschnitt ist deutlich steiler, hier braucht man die Hände — und dafür wird ein Guide empfohlen.

Die Belohnung ist gewaltig: Die Lagune von Le Morne breitet ihre Blautöne unter Ihren Füßen aus, Kitesurfer ziehen weiße Linien übers Wasser. Wir haben dem Berg einen kompletten Guide gewidmet — Wanderung, Strand und Kitesurfen — falls Sie einen ganzen Tag rund um den Le Morne planen möchten.

Der Wanderweg am Fuß der Wand des Le Morne Brabant, Mauritius
Am Fuß des Le Morne Brabant: der erste Teil führt durch Wald, der Gipfelabschnitt will verdient sein Foto: AmyAbroad · CC BY-SA 4.0
Die Entdeckerkarte: nach Lust filtern, Spots erscheinen nach Kategorie
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Black River Gorges: der große Nationalpark

Im Südwesten ist der Black-River-Gorges-Nationalpark die grüne Lunge der Insel: 1994 gegründet, schützt er 67,54 km² Wald — der größte Nationalpark von Mauritius — durchzogen von rund sechzig Kilometern Wanderwegen. Hier versteckt sich das Dach der Insel, der Piton de la Petite Rivière Noire (828 m), und hier begegnet man dem ursprünglichen mauritischen Wald: Baumfarne, Ebenholzbäume und Vögel, die es nirgendwo sonst gibt — wie der Mauritiusfalke und die Rosentaube, beide vor dem Aussterben gerettet.

Die klassischen Einstiege liegen bei Pétrin auf dem Hochplateau oder am Eingang Black River an der Küstenseite: markierte Wege, schwindelerregende Aussichtspunkte über die Schluchten und dieses seltene Gefühl, einen Tropenwald für sich zu haben. An klaren Tagen reicht der Blick von manchen Aussichtspunkten bis zum Le Morne und zur Île aux Bénitiers. Um Einstiege zu finden und Ihre Runde zu wählen: die Natur-Spots der Insel sind auf der Karte sortiert, von Wasserfällen bis Aussichtspunkten.

Blick von den Höhen im Südwesten von Mauritius auf Le Morne und die Île aux Bénitiers
Von den Höhen des Südwestens reicht der Blick bis zum Le Morne und zur Île aux Bénitiers Foto: "dronepicr" · CC BY 2.0

Le Pouce: der Balkon von Port Louis

Der dritthöchste Gipfel der Insel mit 812 Metern: Le Pouce verdankt seinen Namen seiner Silhouette — ein Daumen, der über der Hauptstadt aufragt. Unser Tipp Nummer eins für die erste Mauritius-Wanderung: Je nach Startpunkt (Sattel von La Laura auf der Moka-Seite oder Flanke von Port Louis) brauchen Sie zwei bis vier Stunden hin und zurück, mit rund 400 Höhenmetern auf der Normalroute. Der Weg folgt dem Grat der Moka-Kette, die Insel öffnet sich zu beiden Seiten — das ist die Aussicht auf unserem Titelbild.

Ein kleiner lokaler Stolz: Charles Darwin höchstpersönlich bestieg den Le Pouce am 2. Mai 1836, beim Zwischenstopp der Beagle auf Mauritius. Vom Gipfel breitet sich Port Louis unter Ihnen aus — der Hafen, die Pferderennbahn Champ de Mars, die dichten Dächer — mit den nördlichen Inselchen am Horizont. Ein Panorama, das man nicht vergisst.

Port Louis, sein Hafen und das Champ de Mars vom Gipfel des Le Pouce aus gesehen, Mauritius
Vom Gipfel des Le Pouce: Port Louis, der Hafen und die Rennbahn Champ de Mars Foto: carrotmadman6 · CC BY 2.0

Pieter Both und Löwenberg: für Abenteurer

Lust auf mehr Adrenalin? Der Pieter Both (823 m), zweithöchster Gipfel der Insel, ist unverwechselbar: ein runder Felsblock, der auf der Spitze balanciert wie ein Kopf auf Schultern. Der Aufstieg ist herrlich, aber das Finale improvisiert man nicht: Der letzte Abschnitt ist echte Kletterei, mit Seilpassagen und Luft unter den Füßen — man geht mit Guide, nicht in Badelatschen nach dem Hotelbuffet.

Im Südosten wacht der Löwenberg — Lion Mountain (etwa 440 m) — über Vieux Grand Port, wo die mauritische Geschichte begann. Die Route folgt dem Rücken des Löwen: kurz, aber fordernd, mit Stellen, an denen man die Hände zu Hilfe nimmt. Oben wartet ein 360°-Panorama über die Bucht von Grand Port — Schauplatz der berühmten Seeschlacht von 1810 — und die Lagune des Südostens. Zwei anspruchsvollere Gipfel, zwei Stimmungen, eine gemeinsame Regel: Vor dem Start das Wetter prüfen, denn nasser Fels ändert alles. Ein Blick auf die Tagesbedingungen Zone für Zone erspart böse Überraschungen.

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Tamarind Falls: die Wasserfall-Wanderung

Szenenwechsel beim Dorf Henrietta auf dem Hochplateau: Tamarind Falls, hier von allen 7 Cascades genannt, ist ein verstecktes Tal, in dem die Wasserfälle über fast 300 Höhenmeter hinabstürzen. Man wandert durch Wald, quert Flüsse — und vor allem badet man: Die Naturbecken am Fuß der Fälle sind die schönste Belohnung der Insel nach der Anstrengung. Achtung: Es gibt keinen richtigen markierten Weg — ein lokaler Guide ist dringend zu empfehlen, denn er kennt auch die Becken, in denen das Baden sicher ist.

Wasserfall-Fans hängen den Chamarel-Wasserfall an, den höchsten Einzelfall der Insel, bewundert vom Aussichtspunkt — alles dazu in unserem Chamarel-Guide, siebenfarbige Erde inklusive. Und nach der Tour verdienen Ihre schönsten Etappen eine Spur: das Reisetagebuch macht aus Ihren Gipfeln eine teilbare Erinnerungskarte.

Der Chamarel-Wasserfall stürzt in den Wald im Südwesten von Mauritius
Der Chamarel-Wasserfall, Höhepunkt eines Wandertags im Südwesten Foto: Máth Dávid - Mdavid89 · CC0

Praktische Tipps: Saison, Ausrüstung, Sicherheit

Die beste Saison zum Wandern ist der Südwinter, Mai bis Oktober: trockenere Luft, mildere Temperaturen — perfekt für Anstrengung. Im Sommer (November bis April) kann man ebenfalls gehen, aber nur im Morgengrauen, mit viel Wasser und nie bei Zyklonwarnung. Zur Ausrüstung: Richtige Schuhe mit griffiger Sohle reichen fast überall — Vulkangestein wird seifig, sobald es regnet, und die Wege sind steiler, als sie aussehen.

Drei Reflexe der Einheimischen zum Schluss: das Wetter der Zone am Morgen selbst prüfen — das Wetter des Plateaus ist nicht das der Küste; Privatgrundstücke respektieren und offizielle Zugänge nutzen, besonders am Le Morne; und vor einer anspruchsvollen Route jemandem Bescheid geben. Um Ihre Touren auf den richtigen Tag der Reise zu legen: der Wochenplaner legt jeden Gipfel auf den passenden Tag, wetterabhängig. Und um Wege, Strände und Mittagsadressen zu einer Runde zu verbinden, zeigt unser Guide zur Karte der Insel, wie ein getakteter Roadtrip auf echten Straßen entsteht.

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Das Wort der Einheimischen

Man fragt uns oft nach „der schönsten Wanderung von Mauritius". Unsere ehrliche Antwort: die, die zu Ihrem Tag passt. Ein glasklarer Wintermorgen? Le Morne oder Le Pouce, ohne Zögern. Ein windiger Tag an der Küste? Die geschützten Wälder der Schluchten. Lust auf Frische? Die 7 Cascades und ihre Becken. Die Insel ist klein, die Berge sind nah: Hier wählt man seinen Gipfel wie seinen Strand — nach dem Himmel des Tages.

Und vielleicht ist genau das der wahre mauritische Luxus: morgens einen UNESCO-Gipfel besteigen und nachmittags den Muskelkater in einer türkisfarbenen Lagune ausklingen lassen. Wenige Inseln der Welt bieten beides in weniger als einer Stunde Fahrt.

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