Vergleich

Nilkreuzfahrt: welches Schiff? Großes Schiff, Dahabeya oder Feluke im Vergleich

Vom Moris-Insider-Team·16. Oktober 2026·8 Min. Lesezeit

Auf dem Nil zwischen Luxor und Assuan fahren drei Arten von Booten, und jede ergibt eine andere Reise. Das große Schiff ist ein schwimmendes Hotel mit Pool. Die Dahabeya ist ein Segelschiff für höchstens 20 Gäste. Die Feluke ist ein offenes Segelboot ohne Kabine. Hier erfahren Sie, welches Schiff zu Ihnen passt und worauf Sie bei der Buchung achten sollten.

Die drei Schiffe auf einen Blick

Alle drei fahren auf demselben Fluss und sehen fast dieselben Tempel. Der Unterschied liegt darin, wie Sie Ihre Nächte verbringen: in einem Hotel, auf einer Segeljacht oder unter freiem Himmel.

Nilkreuzfahrt: welches Schiff passt zu Ihnen?
Großes SchiffDahabeyaFeluke
Gästemeist 50 bis 1508 bis 20bis 8
StreckeLuxor ↔ AssuanEsna ↔ Assuanab Assuan nach Norden
Nächte3 bis 44 bis 50 bis 3
SchlafenKabine mit BadKabine mit Badan Deck, ohne Toilette
AntriebMotorSegel, sonst Schleppernur der Wind
Preisam günstigstenoft 2- bis 3-mal teurerje nach Dauer

Die kurze Antwort: Wer zum ersten Mal nach Ägypten reist und auf das Budget achtet, nimmt das große Schiff. Wer Ruhe sucht und mehr ausgeben kann, nimmt die Dahabeya. Und die Feluke gönnt sich jeder, mindestens für eine Stunde zum Sonnenuntergang in Assuan.

Das große Schiff: ein schwimmendes Hotel

Die klassische Nilkreuzfahrt. Ein Schiff mit mehreren Decks, meist 50 bis 150 Gästen, Restaurant, Bar und einem kleinen Pool auf dem Sonnendeck. Die Fahrt zwischen Luxor und Assuan dauert 3 bis 4 Nächte. Unterwegs hält das Schiff an den Tempeln von Edfu und Kom Ombo, die Besichtigungen mit Guide sind oft im Preis.

Die Vorteile: Es ist die günstigste Art, den Nil zu befahren, alles ist organisiert, und die Kabinen haben Klimaanlage. Die Nachteile: Die Tempel sind voll, weil alle Schiffe zur gleichen Zeit anlegen, und das Programm ist fest. Flussabwärts, von Assuan nach Luxor, sind es meist 3 Nächte, in die andere Richtung 4, weil das Schiff gegen die Strömung fährt.

Mehrere große Nilkreuzfahrtschiffe liegen in Assuan dicht nebeneinander am Ufer vertäut.
In Assuan und Luxor liegen die großen Schiffe oft Seite an Seite: Ihr Fenster kann auf ein anderes Schiff zeigen. Photo : Ad Meskens · CC BY-SA 3.0

Welches Deck? Die Frage, die keiner stellt

In Luxor und Assuan gibt es mehr Schiffe als Anlegeplätze. Die Schiffe werden deshalb oft nebeneinander vertäut, eins am anderen. Liegt Ihr Schiff in der Mitte, schauen Sie aus der Kabine im unteren Deck direkt auf die Wand des Nachbarschiffs, und die Vorhänge bleiben zu.

Unser Rat: Buchen Sie eine Kabine in einem oberen Deck. Sie haben mehr Licht und eher freie Sicht, wenn das Schiff im Hafen liegt. Während der Fahrt ist die Seite des Schiffs dagegen fast egal: Die schönste Aussicht haben ohnehin alle auf dem Sonnendeck.

Die Dahabeya: Segeln wie im 19. Jahrhundert

Die Dahabeya ist ein Segelschiff aus Holz mit zwei Masten. Schon die Reisenden des 19. Jahrhunderts fuhren so den Nil hinauf. Heute nimmt eine Dahabeya meist 8 bis 20 Gäste auf, in Kabinen mit eigenem Bad. Es gibt keinen Pool und keine Abendshow, dafür Ruhe: Wenn der Wind weht, ist der Motor aus. Ohne Wind zieht ein kleiner Schlepper das Schiff.

Die Fahrt dauert 4 bis 5 Nächte zwischen Esna und Assuan. Esna liegt etwa eine Stunde südlich von Luxor. Der große Vorteil: Eine Dahabeya kann dort anlegen, wo die großen Schiffe nicht halten können.

Felsen und in den Stein gehauene Kapellen von Gebel el-Silsila direkt am Ufer des Nils.
Gebel el-Silsila: ein Halt, den die großen Schiffe auslassen. Photo : Olaf Tausch · CC BY 3.0

Dazu gehören Gebel el-Silsila, die alten Steinbrüche mit kleinen Felskapellen direkt am Ufer, und El Kab mit seinen Felsgräbern. Abends legt das Schiff oft an einer Insel oder an einem Dorf an. Der Preis: Eine gute Dahabeya kostet pro Person oft zwei- bis dreimal so viel wie ein Standardschiff. Fragen Sie vor der Buchung, ob die Kabinen auch nachts klimatisiert sind: Manche Schiffe schalten den Generator nachts ab.

Die Feluke: der Nil ohne Kabine

Eine Feluke mit weißem Segel gleitet vor einer hohen Sanddüne und dunklen Felsen über den Nil.
Eine Feluke hat keinen Motor: Sie fährt nur, wenn der Wind weht. Photo : Mustang Joe · CC0

Die Feluke ist das kleine Segelboot mit dem großen dreieckigen Segel, das Sie auf jeder Postkarte aus Assuan sehen. Rund 10 Meter lang, für höchstens 8 Gäste, ohne Motor. Sie fährt nur, wenn Wind weht.

Für die meisten Reisenden ist die Feluke ein Ausflug: eine Stunde zum Sonnenuntergang in Assuan, rund um die Elephantine-Insel. Das passt in jede Reise, auch zur Kreuzfahrt auf dem großen Schiff.

Wer mehr will, segelt mehrere Tage von Assuan nach Norden: bis Kom Ombo in etwa zwei Tagen, bis Edfu in etwa drei. Sie schlafen an Deck auf dünnen Matratzen, unter einem Sonnendach. Eine Toilette gibt es nicht an Bord: Die Crew baut sie am Ufer auf. Das Boot legt bei Sonnenuntergang an, gegessen wird an Bord. Im Winter sind die Nächte kalt: Nehmen Sie einen Schlafsack mit. Das ist ein Abenteuer, kein Urlaub im Komfort, und es lohnt sich für Reisende, die genau das suchen.

Was Sie auf jedem Schiff sehen

Der Tempel von Kom Ombo mit seinen Säulen direkt am Nilufer, davor eine Uferpromenade.
Der Doppeltempel von Kom Ombo steht direkt am Fluss. Photo : Ad Meskens · CC BY-SA 3.0

Ob großes Schiff oder Dahabeya: Zwei Tempel stehen fast immer auf dem Programm. Der Doppeltempel von Kom Ombo steht direkt am Fluss und ist zwei Göttern geweiht, darunter dem Krokodilgott Sobek. Der Horus-Tempel von Edfu ist einer der am besten erhaltenen Tempel Ägyptens.

Die Schleuse von Esna mit einem Schiff in der Schleusenkammer und dem Wehr im Hintergrund.
Die Schleuse von Esna: Hier warten die großen Schiffe manchmal stundenlang. Photo : Ovedc · CC BY-SA 4.0

Zwischen Luxor und Esna passieren die Schiffe die Schleuse von Esna. Für die großen Schiffe ist sie ein Nadelöhr: Sie warten dort manchmal lange, bis sie an der Reihe sind. Planen Sie also keinen Anschlussflug am Tag der Ankunft knapp ein.

Vor der Buchung: vier Fragen

Egal welches Schiff Sie wählen, stellen Sie dem Anbieter vor der Buchung diese vier Fragen. Erstens: Wie viele Nächte, und in welche Richtung? Zweitens: Welche Besichtigungen und Eintritte sind im Preis, und welche kosten extra? Drittens: Wo legt das Schiff in Luxor und Assuan an, an einem eigenen Platz oder neben anderen Schiffen? Viertens: Sind Getränke und Trinkgelder inklusive? Die Antworten machen aus zwei Angeboten zum gleichen Preis oft zwei sehr verschiedene Reisen.

Die beste Reisezeit für den Nil

Die beste Zeit ist von Oktober bis April. Im Dezember und Januar sind die Tage angenehm, aber die Nächte an Bord kühl, vor allem auf der Feluke. Von Mai bis September steigt das Thermometer in Luxor und Assuan oft über 40 °C. Dann ist ein großes Schiff mit Klimaanlage und Pool die vernünftige Wahl, und die Besichtigungen finden bei Sonnenaufgang statt.

Unser Fazit

Für eine erste Reise mit begrenztem Budget: das große Schiff, flussabwärts von Assuan nach Luxor, Kabine im oberen Deck. Für eine besondere Reise zu zweit oder für Geschichtsfans: die Dahabeya, wegen der Ruhe und der Halte, die die anderen auslassen. Und in jedem Fall eine Stunde Feluke in Assuan, wenn die Sonne untergeht.

Wie sich die Kreuzfahrt in eine ganze Reise einfügt, zeigt unsere Ägypten Rundreise in 10 Tagen: Kairo, Flug nach Assuan, drei Nächte auf dem Nil und Luxor.

Moris Insider

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