Zwischen Hanoi und Saigon liegen 1.726 Kilometer Schiene und 32 Stunden 45 Zug. Wer Vietnam in zwei Wochen von Nord nach Süd bereisen will, kann das nicht komplett über Land tun, ohne fast 10 Prozent der Reise im Abteil zu verbringen. Diese Route nimmt deshalb zwei Inlandsflüge und gibt die gewonnene Zeit den Orten: Hanoi, eine Nacht in der Lan-Ha-Bucht, Ninh Binh, Hue, der Wolkenpass, Hoi An, Saigon und das Mekongdelta. 13 Nächte, alles auf eigene Faust organisierbar.
Die Route auf einen Blick
Vietnam ist ein langes, schmales Land. Wer es in zwei Wochen von Nord nach Süd bereist, muss nicht alles sehen, sondern die richtigen Strecken überspringen. Unsere Route hat acht Etappen und 13 Nächte. Sie beginnt in Hanoi und endet in Saigon, denn dort gibt es aus Europa die meisten Rückflüge.
| Tag | Etappe | Nacht in |
|---|---|---|
| 1–2 | Ankunft in Hanoi, Altstadt, Literaturtempel, Westsee | Hanoi (2) |
| 3 | Transfer zur Lan-Ha-Bucht, Kreuzfahrt mit Kajak | an Bord (1) |
| 4–5 | Ninh Binh: Trang An, Hang Mua, Radtour durch die Reisfelder | Ninh Binh (2) |
| 6–7 | Flug Hanoi → Hue, Kaiserstadt, Kaisergräber | Hue (2) |
| 8–10 | Wolkenpass nach Hoi An, Altstadt, Strand An Bang, Fahrrad | Hoi An (3) |
| 11 | Flug Da Nang → Saigon, Bezirk 1 | Saigon (1) |
| 12 | Mekongdelta, schwimmender Markt am nächsten Morgen | Can Tho (1) |
| 13–14 | Zurück nach Saigon, letzter Abend, Abflug | Saigon (1) |
Die Zahl, die zählt: 7 Mal Koffer packen in 13 Nächten. Weniger geht in zwei Wochen nicht, wenn man den Norden, die Mitte und den Süden sehen will. Deshalb hat die Route einen Ruhepunkt: drei Nächte in Hoi An, genau in der Mitte der Reise.
Warum zwei Inlandsflüge statt Zug
Der Wiedervereinigungsexpress verbindet Hanoi und Saigon auf 1.726 Kilometern. Der schnellste Zug, der SE1, fährt 2026 um 21:45 Uhr in Hanoi ab und kommt am übernächsten Morgen um 6:30 Uhr in Saigon an: 32 Stunden 45 Minuten. Bei zwei Wochen sind das fast 10 Prozent der gesamten Reisezeit im Abteil.
Zwei Flüge von jeweils etwa einer Stunde ersetzen diese Strecke: Hanoi → Hue und Da Nang → Saigon. Dazwischen fahren Sie über Land, genau dort, wo die Landschaft es verdient: über den Wolkenpass zwischen Hue und Hoi An. Rechnen Sie trotzdem jeden Flugtag als halben Reisetag: Hotel, Transfer, Flughafen, Transfer, Hotel.
Und warum von Nord nach Süd, nicht umgekehrt? Beides geht. Nord–Süd hat zwei Vorteile: Sie beginnen mit dem anstrengendsten Teil (Hanoi, Kreuzfahrt, Ninh Binh) und enden im Süden, wo es fast immer warm ist. Die Route funktioniert aber auch rückwärts.
Tag 1–2: Hanoi

Hanoi ist die Stadt, in der man ankommt und erst einmal nichts versteht: Mopeds, Garküchen auf dem Gehweg, Händlerinnen mit Kegelhut. Geben Sie sich zwei Nächte. Wohnen Sie in der Altstadt oder direkt am Hoan-Kiem-See: Alles Wichtige liegt dann zu Fuß.
Ein guter erster Tag: morgens um den Hoan-Kiem-See, wenn die Einheimischen Tai-Chi machen, dann der Literaturtempel, Vietnams erste Universität. Nachmittags durch die Gassen der Altstadt, abends eine Nudelsuppe Pho an einem Plastiktisch. Am zweiten Tag: Westsee und das Ho-Chi-Minh-Mausoleum, das nur vormittags öffnet.
Vom Flughafen Noi Bai in die Altstadt sind es rund 45 Minuten. Nach einem Langstreckenflug lohnt sich ein vorab gebuchter Fahrer, der mit Namensschild in der Halle wartet: kein Verhandeln, kein Umweg.
Tag 3–5: Lan-Ha-Bucht und Ninh Binh
Die berühmte Halong-Bucht liegt gut zwei Stunden von Hanoi, über die Autobahn 155 bis 170 Kilometer. Für eine Nacht an Bord empfehlen wir aber ihre südliche Fortsetzung, die Lan-Ha-Bucht bei der Insel Cat Ba: dieselben Kalkfelsen, viel weniger Schiffe. Die Kreuzfahrten bucht man als Paket, mit Transfer ab Hanoi, Kajak und Abendessen an Bord. Fragen Sie beim Buchen, ob der Rücktransfer direkt nach Ninh Binh fahren kann: Das spart eine Rückkehr nach Hanoi.

Ninh Binh, 90 bis 95 Kilometer südlich von Hanoi, ist die «Halong-Bucht an Land»: Reisfelder zwischen Karstfelsen. Zwei Nächte, denn das Schönste passiert früh am Morgen. Die Bootsfahrt in Trang An kostet seit dem 1. Januar 2026 300.000 Dong, rund 10 € (vorher 250.000): zwei bis drei Stunden durch Höhlen und an Tempeln vorbei, eine Frau rudert. Danach die 500 Stufen von Hang Mua für den Blick über das Tal, am besten zum Sonnenuntergang. Den zweiten Tag verbringen Sie mit dem Fahrrad zwischen Tam Coc und den Dörfern.
Tag 6–10: Hue, der Wolkenpass und Hoi An
Am sechsten Tag fahren Sie von Ninh Binh zum Flughafen Noi Bai und fliegen nach Hue, der alten Kaiserstadt. Planen Sie den Flug für den Nachmittag oder Abend.

Die Kaiserstadt kostet 200.000 Dong Eintritt, rund 7 €, und das Ticket gilt zwei Tage. Kommen Sie am Vormittag, bevor es heiß wird. Am zweiten Tag die Kaisergräber südlich der Stadt, am schönsten Tu Duc und Khai Dinh. Es gibt Kombitickets für Zitadelle und Gräber.
Am achten Tag kommt der schönste Abschnitt über Land: der Wolkenpass (Hai Van) zwischen Hue und Hoi An. 130 bis 140 Kilometer, drei Stunden direkt, vier bis fünf mit Halten an der Lagune von Lap An, am Pass und an den Marmorbergen. Am besten mit einem privaten Fahrer, den Ihr Hotel in Hue organisiert. Der Zug fährt die Küste ebenfalls entlang, endet aber in Da Nang.

Hoi An ist die Pause der Reise: drei Nächte. Die Altstadt ist zu Fuß frei; das Ticket für 120.000 Dong (rund 4 €) braucht man für die Versammlungshallen, Kaufmannshäuser und die Japanische Brücke, fünf Coupons für fünf Orte. Gehen Sie früh am Morgen, bevor die Gruppen kommen, und abends, wenn die Laternen brennen. Tagsüber: mit dem Fahrrad durch die Reisfelder zum Strand von An Bang. Und wer will, lässt sich in 24 Stunden einen Anzug schneidern.
Tag 11–14: Saigon und das Mekongdelta
Von Hoi An sind es 30 Kilometer bis zum Flughafen Da Nang, von dort etwa eine Stunde Flug nach Saigon (Ho-Chi-Minh-Stadt). Ein Abend im Bezirk 1 reicht für den ersten Eindruck: der Ben-Thanh-Markt, die Kathedrale Notre-Dame, die alte Hauptpost, eine Dachterrasse.

Am zwölften Tag geht es ins Mekongdelta, nach Can Tho, etwa 170 Kilometer südwestlich. Übernachten Sie dort: Der schwimmende Markt von Cai Rang beginnt bei Sonnenaufgang und ist am Vormittag vorbei. Die Tagesausflüge ab Saigon kommen zu spät. Danach eine Bootsfahrt durch die Seitenkanäle, Obstgärten, eine Reisnudelmanufaktur.
Am dreizehnten Tag zurück nach Saigon, mit einem freien Nachmittag für das Kriegsrestemuseum oder einfach einen Kaffee mit Kondensmilch. Abflug am vierzehnten Tag.
Drei Klimazonen: Wann die Route kippt
Vietnam hat nicht eine Regenzeit, sondern drei. Der Norden ist von Dezember bis Februar kühl und oft grau, im Sommer heiß und feucht. Die Mitte (Hue, Hoi An) hat ihre Regenzeit von September bis Dezember, am stärksten im Oktober und November, mit Überschwemmungen in der Altstadt von Hoi An. Der Süden ist von Dezember bis April trocken, danach kommen kurze, heftige Nachmittagsschauer.
Das heißt: Von Februar bis April passt die Route überall. Im Oktober und November kürzen Sie die Mitte auf zwei Nächte und geben die Tage dem Norden, wo dann die schönste Zeit ist. Im Juli und August geht alles, aber die Mittagshitze bestimmt den Tagesrhythmus: früh los, Mittagspause, spät wieder raus.
Praktisch: Visum, Internet, Geld
Visum. Deutsche brauchen für bis zu 45 Tage kein Visum: Der Beschluss 44/NQ-CP gilt vom 15. März 2025 bis zum 14. März 2028. Österreicher reisen mit einem E-Visum ein (25 US-Dollar, bis 90 Tage), online beantragt; Schweizer sollten die aktuelle Regel vor der Abreise prüfen. Der Pass muss noch mindestens sechs Monate gültig sein.
Internet. Vietnam liegt außerhalb der EU: Ihr deutscher Tarif gilt dort nicht wie zu Hause, und Roaming wird teuer. Am einfachsten ist es, eine eSIM für Vietnam vor der Abreise installieren: Sie ist beim Aussteigen aktiv, und Sie können direkt ein Grab rufen, die App für Fahrer und Mopedtaxis.
Geld. Ein Euro sind ungefähr 30.000 Dong. In Hotels und vielen Restaurants zahlt man mit Karte, in Garküchen, auf Märkten und im Taxi bar. Heben Sie an Bankautomaten größerer Banken ab und prüfen Sie die Gebühr, bevor Sie bestätigen.
Mit diesem Plan bleiben zwei Wochen Vietnam keine Hetzjagd: zwei Flüge, ein Pass, ein Delta, und jeden Abend ein anderes Land auf dem Teller.
