Vietnam ist 1.650 Kilometer lang, und fast jede Liste nennt dreißig Orte, die man „unbedingt“ sehen muss. In zwei oder drei Wochen schafft man davon die Hälfte. Diese Liste nennt die 15 Highlights, die den Weg wirklich wert sind, von Norden nach Süden, mit dem Eintritt für Ausländer im Jahr 2026, der Uhrzeit oder Jahreszeit, die alles verändert, und der Frage, was man vorher buchen muss. Am Ende sagen wir ehrlich, was sich nicht lohnt.
Die 15 Highlights auf einen Blick
Die Tabelle gibt den Eintritt für ausländische Erwachsene im Jahr 2026 in vietnamesischen Dong an. Ein Euro sind etwa 30.000 Dong, aus 300.000 Dong werden also rund 10 €. Die letzte Spalte ist die wichtigste: Fast alles zahlt man vor Ort, aber zwei Erlebnisse bucht man besser vorher.
| # | Ort | Eintritt (Dong) | Vorher buchen? |
|---|---|---|---|
| 1 | Altstadt von Hanoi | frei | nein |
| 2 | Ha-Long- oder Lan-Ha-Bucht | Ha Long: 290.000 am Tag | ja, die Kreuzfahrt |
| 3 | Tràng An (Ninh Bình) | 300.000 (Boot) | nein |
| 4 | Sapa und Fansipan | 850.000 (Seilbahn) | nein |
| 5 | Hà-Giang-Schleife | Fahrer, Preis variabel | ja, den Fahrer |
| 6 | Paradieshöhle (Phong Nha) | 270.000 | nein |
| 7 | Kaiserstadt von Huế | 200.000 (mit Gräbern 530.000) | nein |
| 8 | Wolkenpass | frei | nein |
| 9 | Altstadt von Hội An | 120.000 (5 Coupons) | nein |
| 10 | Mỹ Sơn | 150.000 | nein |
| 11 | Đà Nẵng | frei | nein |
| 12 | Kriegsrestemuseum (Saigon) | 40.000 | nein |
| 13 | Tunnel von Củ Chi | 90.000 bis 110.000 | nein |
| 14 | Mekongdelta, Cái Răng | Boot, Preis verhandeln | am Vorabend |
| 15 | Garküchen | ein bis zwei Euro pro Gericht | nein |
Zwei Dinge sollte man wissen. Erstens: Die Preise bleiben niedrig, die teuerste Station der Liste ist die Seilbahn auf den Fansipan mit rund 28 €. Zweitens: Die Entfernungen sind es nicht. Von Hanoi nach Saigon sind es über 1.700 Bahnkilometer; die Reihenfolge Nord–Mitte–Süd erspart Ihnen Umwege.
Der Norden: Hanoi, die Bucht und Ninh Bình
1. Die Altstadt von Hanoi. Die 36 Gassen rund um den Hoàn-Kiếm-See waren früher nach Handwerken geordnet, und manche sind es noch: Seide, Blech, Grabsteine, Papierwaren. Es gibt keinen Eintritt. Kommen Sie früh: Gegen 6 Uhr treiben Senioren am See Gymnastik, die Garküchen öffnen, und die Mopeds sind noch nicht da. Am Wochenende ist das Seeufer abends für den Verkehr gesperrt.

2. Die Ha-Long- oder die Lan-Ha-Bucht. Tausende Kalkfelsen im Meer, Weltnaturerbe. Für eine Tagestour in Ha Long (Routen 1 und 2) zahlt jeder Gast 290.000 Dong Gebühr, rund 10 €; mit Übernachtung an Bord 550.000 bis 600.000 Dong, je nach Zone. Prüfen Sie, ob die Gebühr im Preis der Kreuzfahrt enthalten ist. Die Nachbarbucht Lan Ha, von der Insel Cát Bà oder von Hải Phòng aus, zeigt dieselbe Landschaft mit deutlich weniger Booten. Hier lohnt es sich, vorher zu buchen, vor allem Kreuzfahrten mit Übernachtung in der Hochsaison.

3. Tràng An bei Ninh Bình. Man nennt die Gegend die „Ha-Long-Bucht an Land“: Reisfelder und Flüsse zwischen Kalkfelsen, durch die man im Ruderboot fährt, auch durch niedrige Höhlen. Seit dem 1. Januar 2026 kostet das Boot 300.000 Dong, rund 10 €. Ninh Bình liegt rund 90 Kilometer südlich von Hanoi, anderthalb Stunden mit dem Auto: Eine Nacht dort ist besser als ein Tagesausflug, denn morgens um 7 Uhr ist der Fluss fast leer.

Die Berge des Nordens: Sapa und Hà Giang
4. Sapa und der Fansipan. Sapa lohnt sich für das, was außerhalb der Stadt liegt: die Reisterrassen und Dörfer im Tal, die man zu Fuß und am besten mit einem lokalen Guide entdeckt. Die Stadt selbst ist dicht bebaut. Die Seilbahn auf den Fansipan, den höchsten Berg Indochinas, kostet 850.000 Dong hin und zurück, rund 28 €. Nehmen Sie sie nur bei klarer Sicht: Oft steckt der Gipfel in den Wolken, und dann hat man viel Geld für ein graues Bild bezahlt. Die Terrassen sind kurz vor der Ernte, im Spätsommer, am goldensten.
5. Die Hà-Giang-Schleife. Die spektakulärste Bergstraße des Landes, an der chinesischen Grenze, meist in drei bis vier Tagen mit dem Motorrad. Hier gilt eine Regel, die viele Listen verschweigen: Wer selbst fährt, braucht seinen nationalen Motorradführerschein und den internationalen Führerschein nach dem Abkommen von 1968, Klasse A. Seit 2025 kontrolliert die Polizei häufiger; ohne passende Papiere drohen 1,5 bis 2 Millionen Dong Strafe, das Motorrad wird stillgelegt, und die Reiseversicherung zahlt bei einem Unfall womöglich nicht. Die Lösung heißt „Easy Rider“: Sie sitzen hinten, ein lokaler Fahrer lenkt. Diesen Fahrer bucht man vorher.

Die Mitte: Höhlen, Kaiser und Laternen
6. Die Paradieshöhle in Phong Nha. Der Nationalpark Phong Nha-Kẻ Bàng hat einige der größten Höhlen der Welt. Die Paradieshöhle ist die zugänglichste: ein Holzsteg führt über einen Kilometer tief hinein, zwischen Tropfsteinen von Kathedralengröße. Eintritt 270.000 Dong, rund 9 €, Elektroshuttle vom Parkplatz inklusive. Rechnen Sie zwei bis drei Tage für die Region ein; der Abstecher liegt zwischen Hanoi und Huế.
7. Die Kaiserstadt von Huế. Huế war bis 1945 die Hauptstadt der Nguyễn-Kaiser. Die Zitadelle kostet 200.000 Dong, rund 7 €; das Paket mit den Gräbern von Minh Mạng, Khải Định und Tự Đức 530.000 Dong, rund 18 €. Die Gräber liegen außerhalb, im Grünen: Ein Fahrer oder ein Fahrrad spart Zeit. Lohnt sich Huế? Für einen ganzen Tag, ja – und wegen der Straße, die danach kommt.

8. Der Wolkenpass (Hải Vân). Zwischen Huế und Hội An windet sich die alte Straße über einen Bergrücken, der ins Meer abfällt. Direkt sind es rund 130 bis 140 Kilometer und drei Stunden; mit Fotostopps vier bis fünf. Ein Auto mit Fahrer oder ein Easy Rider macht daraus einen Ausflug statt einer Transferfahrt. Bei Nebel – daher der Name – sieht man wenig: Fahren Sie lieber vormittags.
Ausführlicher Ratgeber: Hanoi & Saigon: Flughafen in die Stadt – Bus, Grab, Taxi
9. Die Altstadt von Hội An. Ein alter Handelshafen mit chinesischen Versammlungshallen, japanischer Brücke und gelben Häusern. Die Gassen sind frei; das Ticket für Ausländer kostet 120.000 Dong, rund 4 €, und enthält fünf Coupons für etwa 22 Häuser, Tempel und Museen. Tagsüber ist es heiß und voll, abends leuchten die Laternen. Im Oktober und November kann der Fluss die Altstadt überfluten: Das ist die Regenzeit der Mitte.
10. Mỹ Sơn. Die Ruinen der Cham-Tempel, eine Stunde von Hội An, Weltkulturerbe. Eintritt 150.000 Dong für Ausländer, geöffnet von 6 bis 18 Uhr; eine Angleichung der Preise für Einheimische und Ausländer ist angekündigt, aber noch nicht festgelegt. Kommen Sie zur Öffnung: Das Licht ist weicher, und die Busse aus Hội An kommen später.
11. Đà Nẵng. Viele fliegen hier nur durch. Dabei hat die Stadt einen langen Sandstrand mitten im Zentrum, Mỹ Khê, und die Drachenbrücke über den Hàn-Fluss. Đà Nẵng ist auch die praktischste Basis für Hội An und Mỹ Sơn, mit dem größten Flughafen der Mitte.

Der Süden: Saigon, Củ Chi und das Mekongdelta
12. Das Kriegsrestemuseum in Ho-Chi-Minh-Stadt. Der Ort, der den Vietnamkrieg aus vietnamesischer Sicht zeigt: Fotos, Flugzeuge, die Folgen von Agent Orange. Er ist schwer auszuhalten, und das ist gewollt. Eintritt 40.000 Dong, geöffnet von 7:30 bis 17:30 Uhr, die Kasse schließt um 17 Uhr; seit Februar 2026 gibt es auch Tickets online auf der Website des Museums.

13. Die Tunnel von Củ Chi. Ein Netz aus Gängen, in dem die Guerilla lebte und kämpfte. Zwei Eingänge: Bến Dình, 45 Kilometer von Saigon, rund 110.000 Dong, sehr besucht, mit verbreiterten Gängen; Bến Dược, 57 Kilometer, 90.000 bis 100.000 Dong, weniger Besucher und Gänge im Originalmaß. Beide öffnen von 8 bis 17 Uhr. Wer Platzangst hat, kann oben bleiben.
14. Das Mekongdelta und der Markt von Cái Răng. Der Schwimmende Markt bei Cần Thơ beginnt gegen 4:30 Uhr, ist zwischen 5:30 und 7:30 Uhr am lebendigsten und nach 9 Uhr fast nur noch eine Bühne für Touristenboote. Ehrlich gesagt: Er schrumpft. Vor 2020 lagen jeden Morgen 300 bis 500 Händlerboote dort, heute sind es 50 bis 100, weil Straßen und Brücken den Lastwagen den Vorzug geben. Schön ist die Bootsfahrt im Sonnenaufgang trotzdem – wenn Sie in Cần Thơ übernachten und das Boot am Vorabend vereinbaren.

Das 15. Highlight: auf der Straße essen
15. Die Garküchen. Das beste Essen Vietnams wird auf Plastikhockern serviert, und es kostet meist ein bis zwei Euro pro Gericht. Phở zum Frühstück und Bún chả zu Mittag in Hanoi, Bún bò in Huế, Cao lầu in Hội An, Bánh mì überall, Reisnudeln und Obst im Delta. Die Regel: Essen Sie dort, wo viele Einheimische sitzen und der Topf schnell leer wird. Was gerade gekocht wurde, ist frisch.
Was sich nicht lohnt
Eine ehrliche Liste braucht diesen Absatz. Ba Na Hills bei Đà Nẵng: Die „Goldene Brücke“, von zwei Steinhänden getragen, ist berühmt; der Rest ist ein Freizeitpark mit nachgebautem französischem Dorf. Eintritt 1.000.000 Dong vor 15 Uhr, rund 33 €, und Gedränge auf der Brücke. Die „Train Street“ in Hanoi: Die Cafés an den Gleisen wurden mehrmals von der Polizei geräumt und öffneten jedes Mal wieder; im Januar 2026 hat Hanoi vorgeschlagen, dort keine Personenzüge mehr fahren zu lassen. Ob noch ein Zug kommt, wissen Sie erst vor Ort.
Und zwei Klassiker, die nur in der richtigen Form etwas wert sind: Ha Long als Tagesausflug von Hanoi bedeutet fast fünf Stunden Straße hin und zurück für einige Stunden auf dem Wasser – eine Nacht an Bord oder in Cát Bà verändert alles. Und Cái Răng nach 8 Uhr: Dann sehen Sie vor allem andere Touristen.
Praktisch: Visum, Bargeld, Strecken
Visum. Deutsche, Franzosen, Italiener und Spanier dürfen bis zum 14. März 2028 ohne Visum 45 Tage bleiben. Österreicher, Schweizer und andere prüfen ihre Regel vor der Reise; ohne Befreiung gibt es ein E-Visum für 25 US-Dollar, bis zu 90 Tage gültig.
Bargeld. Ein Euro sind etwa 30.000 Dong. Große Sehenswürdigkeiten nehmen oft Karten, Garküchen, Boote und Easy Rider fast nie. Achten Sie auf die Nullen: Die Scheine zu 20.000 und 500.000 Dong sind beide bläulich.
Strecken. Für die langen Abschnitte – Hanoi–Huế, Đà Nẵng–Saigon – fliegen Sie oder nehmen den Nachtzug. Einen Mietwagen ohne Fahrer zu nehmen, ist für Touristen kaum sinnvoll: Es gelten dieselben Führerscheinregeln wie für das Motorrad, und der Verkehr ist dicht. In der Mitte und im Norden ist ein Auto mit Fahrer für einen Tag die bequemste Lösung.
Fünfzehn Orte, fast alle für weniger als zehn Euro Eintritt, zwei, die man vorher bucht, und zwei, die nur zur richtigen Uhrzeit etwas wert sind. Das ist Vietnam: Nicht die Liste entscheidet, sondern die Reihenfolge und die Uhr.



