Mauritius ist mehr als seine berühmten Postkartenstrände. Wer nur Flic en Flac, Trou aux Biches oder die Île aux Cerfs kennt, hat die schönste Seite der Insel noch gar nicht gesehen. Denn die echten Mauritius Geheimstrände liegen am Ende einer Sandpiste, hinter einem Filao-Wäldchen oder an einer wilden Klippe, an der das Meer donnert statt zu plätschern.
Wir leben auf der Insel und haben hinter Moris Insider, dem Reiseführer und der interaktiven Karte, die gemeinsam mit Einheimischen entstehen, die ruhigsten und schönsten Ecken zusammengetragen. In diesem Guide bekommst du 10 stille Buchten und wilde Küstenabschnitte, jeweils mit dem, was sie besonders macht, wie du hinkommst, wann du am besten gehst und einem ehrlichen Hinweis zu Lagune, offenem Meer und Strömung.
1. Gris-Gris und La Roche qui Pleure, der wilde Süden
Im äußersten Süden bei Souillac endet das schützende Riff, und das Meer trifft ungebremst auf schwarze Klippen. Gris-Gris ist roh, dramatisch und einer der eindrucksvollsten Orte der Insel. Gleich daneben liegt La Roche qui Pleure, der weinende Fels: Eine Felsformation, in deren Profil viele ein melancholisches Gesicht erkennen, über das die Gischt wie Tränen läuft.
Die Anfahrt führt über die Südküstenstraße nach Souillac, von dort ist der Aussichtspunkt ausgeschildert. Am schönsten ist es am späten Vormittag oder am Nachmittag, wenn die Brandung gegen das Licht spritzt.
2. Pointe d'Esny, der elegante Geheimtipp im Südosten
Pointe d'Esny ist ein langer, schmaler Sandstreifen vor einer geschützten Lagune, gesäumt von alten Bäumen und privaten Villen. Anders als die großen Hotelstrände wirkt es hier ruhig und fast intim, mit weichem hellem Sand und sehr klarem, flachem Wasser.
Der Strand liegt zwischen Mahébourg und Blue Bay im Südosten. Die öffentlichen Zugänge sind eher diskret, also halte nach den schmalen Wegen zwischen den Grundstücken Ausschau. Vormittags ist das Licht am schönsten und der Strand am leersten.
3. Saint-Félix, weiter Sand fast nur für dich
An der Südküste, zwischen Bel Ombre und Souillac, liegt Saint-Félix: ein breiter, oft menschenleerer Strand mit goldenem Sand und Filao-Bäumen, die Schatten spenden. Es ist der klassische Ort, an dem du auch in der Hauptsaison ein Stück Küste fast für dich allein hast.
Du erreichst Saint-Félix über die Küstenstraße im Süden, ein kleiner Parkplatz liegt direkt hinter dem Baumstreifen. Der späte Nachmittag mit dem Licht über dem Wasser ist hier besonders schön.

4. La Cambuse, naturbelassen und unverbaut
La Cambuse liegt nah am Flughafen im Südosten und ist trotzdem ein kleines Wunder an Ruhe: ein langer, wilder Strand ohne große Hotels, gesäumt von Dünen und Buschland. Wer das ursprüngliche Mauritius sucht, ohne Sonnenliegenreihen und ohne Trubel, ist hier richtig.
Von der Hauptstraße Richtung Blue Bay zweigt eine Piste zum Strand ab. Früh am Morgen, wenn die Luft noch kühl ist und kaum jemand da ist, ist der Zauber am größten.
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Kostenlos testen →5. Macondé, die geschwungene Klippe im Süden
Macondé ist keine Badebucht, sondern einer der spektakulärsten Aussichtspunkte der Insel. An der Südwestküste schwingt sich die Straße in einer engen Kurve um einen Felsvorsprung, der weit ins Meer ragt. Von oben blickst du auf tiefblaues Wasser, brechende Wellen und eine raue Küstenlinie, die so gar nicht zum Klischee der ruhigen Lagune passt.
Macondé liegt an der Küstenstraße zwischen Baie du Cap und Bel Ombre und ist ein perfekter Zwischenstopp auf einer Südküsten-Rundfahrt. Am schönsten am späten Nachmittag, wenn das Licht warm wird.
6. Die stille Seite am Fuß des Le Morne
Der Le Morne Brabant ist berühmt, aber die meisten Besucher kennen nur die belebten Strandabschnitte und Kitesurf-Zonen. Wenn du der Küste in Richtung Süden folgst, findest du ruhigere Stellen am Fuß des Berges, wo der Sand weiß bleibt, die Lagune glasklar ist und die imposante Silhouette des Le Morne über dir aufragt.
Die Zufahrt führt über die Le-Morne-Halbinsel im Südwesten. Früh am Morgen ist es am ruhigsten, später kommen Wind und Kitesurfer dazu, die diesen Teil der Insel lieben.
7. Roches Noires, schwarze Lava und versteckte Buchten
An der weniger besuchten Ostküste liegt Roches Noires, benannt nach dem schwarzen Lavagestein, das hier den hellen Sand durchsetzt. Der Kontrast aus dunklen Felsen, türkisem Wasser und kleinen, von der Brandung geformten Buchten macht den Ort fotogen und ruhig zugleich. In der Nähe gibt es bekannte Lavahöhlen, ein Überbleibsel der vulkanischen Vergangenheit der Insel.
Du erreichst Roches Noires über die Ostküstenstraße nördlich von Poste Lafayette. Der Vormittag ist ideal, dann steht das Licht günstig über dem Wasser.

8. Bain Bœuf, der ruhige Norden mit Coin-de-Mire-Blick
Im Norden, etwas abseits des Trubels von Grand Baie, liegt Bain Bœuf. Der Strand bietet flaches, ruhiges Wasser und einen herrlichen Blick auf die markante Insel Coin de Mire am Horizont. Es ist ein entspannter Ort, der bei Einheimischen beliebt ist, besonders am Wochenende, unter der Woche aber angenehm ruhig bleibt.
Bain Bœuf liegt bei Cap Malheureux ganz im Norden. Komm unter der Woche und am Vormittag, dann hast du die schönste Mischung aus Ruhe und gutem Licht.
9. Pointe aux Piments, entspannter Westen ohne Hotelmauern
Zwischen Trou aux Biches und der lebhaften Nordwestküste liegt Pointe aux Piments, ein Küstenort mit kleinen, ruhigen Stränden und einem authentischen, wenig touristischen Gefühl. Hier mischen sich Einheimische und Reisende, die wissen, dass man auch ohne große Resorts traumhaft am Wasser sitzen kann. Die Sonnenuntergänge über dem Meer sind ein eigenes Erlebnis.
Pointe aux Piments erreichst du über die Westküstenstraße nördlich von Port Louis. Komm zum späten Nachmittag, um den Sonnenuntergang über dem Indischen Ozean mitzunehmen.
10. Île aux Bénitiers, der Bootsausflug in den Südwesten
Vor der Südwestküste liegt die Île aux Bénitiers, eine kleine, flache Insel mit weißem Sand, Palmen und schillernd türkisem Wasser ringsum. Sie ist nur per Boot erreichbar, was sie automatisch ruhiger macht als die Strände am Festland. Auf der Bootsfahrt siehst du oft den berühmten Crystal Rock, der einsam aus der Lagune ragt.
Boote starten aus der Gegend von La Gaule und Le Morne im Südwesten. Buche eine Tour am Morgen, dann ist das Wasser am ruhigsten und das Licht am klarsten. Wer Delfine sehen möchte, fährt ohnehin früh los.
Lagune oder offenes Meer: die wichtigste Regel auf Mauritius
Wenn du dir nur eine Sache merkst, dann diese: Auf Mauritius entscheidet das Riff über deine Sicherheit. Innerhalb der Lagune ist das Wasser oft seicht und ruhig, ideal zum Schwimmen und Schnorcheln. Außerhalb des Riffs, in den Riffpassagen und an der ungeschützten Süd- und Ostküste, können starke Strömungen und Brandung selbst geübte Schwimmer überraschen. Wind, Gezeiten und Wellengang ändern sich zudem von Tag zu Tag und von Ort zu Ort.
Deshalb gilt für die schönsten Geheimstrände dieselbe einfache Logik wie für die Profis vor Ort: erst die Bedingungen prüfen, dann den Strand wählen. Ein Ort, der heute friedlich aussieht, kann morgen bei Wind und auflandiger Dünung ganz anders sein.
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