Unter der Wasseroberfläche wechselt Mauritius den Maßstab: Die Lagune ist nur das Vorzimmer. Hinter dem Riff warten wenige Bootsminuten entfernt Basaltbögen, Steilwände, die ins Blau abfallen, korallenbewachsene Wracks und Passagen, in denen die Strömung das Riff zur Filmvorführung macht. Und das alles in Wasser, das fast nie unter 23 °C fällt — Tauchen ist hier zwölf Monate im Jahr möglich, vom ersten Atemzug unter Wasser bis zum sportlichen Strömungstauchgang. Dieser Guide umrundet die Insel unter Wasser, Küste für Küste, mit den nötigen Leveln und einer ehrlichen Antwort auf die Saisonfrage. Die Basen und Einstiege unten finden Sie unter den 225 Adressen der kostenlosen App — vor Ort geprüfte Einträge.
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Wir machen Moris Insider, den gemeinsam mit Einheimischen erstellten Guide samt Karte für Mauritius. Keine Tauchbasis bezahlt dafür, hier zu stehen: Wir erzählen die Unterwasser-Insel so, wie sie wirklich betaucht wird — mit ihren Leveln, ihren Jahreszeiten und ihren Regeln.
Die Insel unter der Oberfläche
Mauritius ist eine Vulkaninsel auf einem Sockel, der schnell abfällt: Kaum ist die Korallenbarriere passiert, stürzt der Grund Richtung Tiefblau. Genau dieses Relief macht den Reichtum der mauritischen Tauchwelt aus — vom 3-Meter-Korallengarten zur 30-Meter-Steilwand in einer Viertelstunde Bootsfahrt. Die Kulisse: Basaltbögen und -kamine, Canyons, gezielt versenkte Wracks, die zu Riffen geworden sind, Korallenblöcke mit endemischen Clownfischen, Riesenmuränen, gut getarnte Steinfische, vorbeiziehende Schildkröten, Stachelmakrelen-Schwärme und — je nach Saison und Glück — Rochen und Delfine im Freiwasser.
Die Insel wird Küste für Küste betaucht, und jede hat ihren Charakter: der geschützte, spektakuläre Westen; der wrackreiche Norden mit den Steilwänden um seine Inselchen; der wilde, von Passatwind und Strömung geprägte Osten; der sanfte, geschützte Südosten — ideal für den Anfang. Die Logik dieses Guides ist einfach: Wir umrunden die Insel in dieser Reihenfolge, danach geht es um Saison und Level.

Der Westen: Flic en Flac und die Cathedral
Wenn die mauritische Tauchwelt eine Postkarte hat, dann die Cathedral vor Flic en Flac: eine Architektur aus Felsblöcken und Bögen, die ein unterseeisches Kirchenschiff formt, mit Lichtsäulen wie durch Kirchenfenster, zwischen 18 und 30 Metern Tiefe. Die Dünung des offenen Ozeans dringt selten ein: Die Westküste liegt im Windschatten des Passats und ist damit der beständigste Sektor der Insel — fast ganzjährig in klarem Wasser betauchbar. Über die Tiefe lässt sich allerdings nicht verhandeln: Die Cathedral ist ein Tauchgang für sichere zertifizierte Taucher, kein Einsteiger-Spot.
Drumherum reiht das Plateau von Flic en Flac Spot an Spot: Steilwände, Canyons, Sandflächen, auf denen Rochen rasten. Der Sektor gehört auch zu den bestausgestatteten in Sachen Basen — Sun Divers in Flic en Flac ist genau für diese „Architektur-Tauchgänge“ bekannt. Die Basen jeder Küste stehen in der Kategorie Ozean der App, mit Insider-Tipps auf jeder Karte.
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Kostenlos testen →Der Norden: die Wracks und Coin de Mire
Der Norden der Insel spielt eine andere Melodie: Wracks, die zu Riffen geworden sind. Das berühmteste ist die Stella Maru, ein 1987 vor Trou aux Biches gezielt versenkter japanischer Trawler: Sie liegt zwischen 18 und 24 Metern, ist vollständig von Korallen besiedelt und schon mit dem Einsteiger-Brevet erreichbar — und sie ist bewohnt. Zwei Riesenmuränen halten dort Hof, eine davon in den Kaminen; genau diese Szene zeigt das Foto am Anfang dieses Artikels. Weiter draußen, gegenüber dem Coin de Mire — jenem keilförmigen Eiland, das den Horizont der Nordstrände abschließt — steht das Wrack der Djabeda, ein 1998 versenktes japanisches Fischereischiff, aufrecht im Sand auf rund 34 Metern, überwuchert von rosa Weichkorallen: ein tiefer Tauchgang für Fortgeschrittene, mit den Steilwänden und Canyons des Eilands als Nachbarn.

Die Basen des Nordens — etwa Sunset Diving, ideal gelegen für die Riffe und Wracks des Sektors — starten diese Ausfahrten von Trou aux Biches und Grand Baie. Ein Einheimischen-Tipp: Fragen Sie nach der Stella Maru am frühen Morgen, wenn das Licht in die Kamine fällt und die Muränen unterwegs sind. Und um auf einen Blick zu sehen, wer wo taucht: Die Explorer-Karte zeigt die Spots der ganzen Insel nach Kategorie — praktisch, um den Morgentauchgang mit dem Nachmittagsprogramm zu verzahnen.
Osten und Südosten: Strömung und Blue Bay
Die Ostküste ist das wilde Mauritius: weniger Hotels, mehr Wind — und die schönsten Strömungstauchgänge der Insel. In den großen Passagen, die das Riff durchschneiden, trägt die Strömung den Taucher am Relief entlang, während Stachelmakrelen, Barrakudas und — in einer den Basen wohlbekannten Kinderstube — junge, völlig harmlose Weißspitzen-Riffhaie vorbeiziehen. Dive Passion an der Ostküste hat sich auf genau diese „Drift Dives“ spezialisiert. Das Prinzip ist einfach, aber anspruchsvoll: Man kämpft nicht gegen die Strömung, man lässt sich tragen — das bleibt geübten Tauchern vorbehalten, und die Ausfahrt hängt von der Tagessee ab.

Im Südosten dann ein kompletter Stimmungswechsel: Der Meerespark Blue Bay ist ein Schutzgebiet mit intakten Korallengärten in ruhigem, flachem Wasser. Er ist die Wiege der mauritischen Schnuppertauchgänge — Blue Bay Divers, eine Basis mit menschlichem Maß direkt am Strand, bringt hier komplette Anfänger unter idealen Bedingungen ins Wasser. Geschützt heißt geschützt: nicht fischen, nichts anfassen, nicht irgendwo ankern. Wer noch zwischen Flasche und Schnorchel schwankt: Unser Guide Schnorcheln auf Mauritius beleuchtet die Frage von der Oberfläche aus.
Wann tauchen: die Saison, ehrlich
Zuerst die gute Nachricht: Es gibt keine geschlossene Saison. Das mauritische Wasser pendelt zwischen rund 23 °C mitten im Südwinter (Juni-September) und 28-29 °C im Sommer (November-April) — 5-mm-Anzug im Winter, 3 mm im Sommer, damit ist die Frage erledigt. Was sich mit der Saison wirklich ändert, ist nicht die Temperatur, sondern der Wind. Im Südwinter bläst der Südost-Passat und baut auf der Ost- und Südküste See auf — die Strömungstauchgänge in den Passagen werden launisch —, während Westen und Norden im Windschatten ruhig weitertauchen. Der Sommer dreht das Bild um: überall ruhigere See, wärmeres Wasser, oft herrliche Sicht … mit einem Vorbehalt von Januar bis Anfang März, der Zyklonsaison — wir haben erzählt, wie die Insel ihre Warnstufen lebt: An Flaggentagen fährt niemand raus, und die Lagune trübt sich, bis es vorbei ist.
Die echte Insider-Regel besteht aus zwei Reflexen: die Küste nach dem Wind des Tages wählen und die See prüfen, bevor man bucht. Genau das leisten die Live-Bedingungen der App, Zone für Zone: Wind, Dünung und Seegang an jeder Küste, heute und an den Folgetagen — genug, um in zehn Sekunden zu wissen, ob heute ein Cathedral-Tag oder ein Ostpassagen-Tag ist.

Level, Schnuppern und Riff-Respekt
Wo immer Sie stehen — die Insel hat einen Tauchgang für Sie. Nie getaucht? Der Schnuppertauchgang kommt ohne Brevet aus, begleitet von einem Tauchlehrer in wenigen Metern ruhigem Wasser — Blue Bay ist dafür gemacht. Einsteiger-Brevet / Open Water? Die Stella Maru, die Gärten des Westens und die meisten Spots zwischen 15 und 20 Metern stehen Ihnen offen. Fortgeschritten? Cathedral, Djabeda und die Strömungstauchgänge des Ostens sind Ihr Spielplatz. Drei Regeln gelten für alle: Getaucht wird immer mit einer Basis (Riff, Passagen und Lokalwetter improvisiert man nicht), man respektiert Stopps und eigenes Level — die schönen tiefen Spots warten, bis Sie so weit sind — und die Hände bleiben am Körper: Korallen werden nicht berührt, Muränen nicht gefüttert, und Schutzgebiete wie Blue Bay oder Balaclava haben Regeln, die buchstabengetreu gelten.
Ein letzter Insider-Reflex: Führen Sie Logbuch. Der Spot, die Tiefe, die Begegnungen — so macht man Fortschritte, und so bleibt die Erinnerung. Das Reisetagebuch der App bewahrt Ihre Ausfahrten, Notizen und Fotos — und am Tag nach dem Tauchgang, während der Stickstoff sich verabschiedet, hat die Insel an Land mehr als genug zu bieten.
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