Eine Woche reicht für Madeira – wenn man 2026 zwei neue Regeln kennt. Seit dem 1. Januar 2026 muss man die offiziellen Wanderwege (PR) vorab reservieren und bezahlen, mit festen Startfenstern von 30 Minuten. Und der berühmte Weg vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo ist nach zwei Jahren wieder offen – aber ab der Pedra Rija nur noch in eine Richtung. Für eine Rundreise mit dem Mietwagen heißt das: eine feste Unterkunft, ein Tag pro Inselteil, und eine einzige Buchung, die man vor dem Abflug erledigt.
Was sich 2026 geändert hat
Viele Madeira-Pläne im Netz stammen aus der Zeit vor 2026. Zwei Dinge stimmen dort nicht mehr – und beide betreffen genau die Tage, auf die sich die meisten Reisenden am meisten freuen.
| Früher | Seit 2026 | |
|---|---|---|
| Offizielle Wanderwege (PR) | Einfach losgehen | Reservierung Pflicht, Startfenster 30 Min. |
| Gebühr pro Weg | — | 4,50 € pro Person |
| Pico do Arieiro → Pico Ruivo | Hin und zurück | Ab Pedra Rija nur eine Richtung, 10,50 € |
| Mehrere Wege an einem Tag | — | 9 € pro Tag (ohne PR1) |
| Pass für 3 / 7 Tage | — | 22,50 € / 52,50 € (ohne PR1) |
Erstens: Wandern braucht jetzt eine Buchung. Seit dem 1. Januar 2026 gilt für die klassifizierten Wanderwege der Insel eine Reservierungspflicht. Sie gilt für alle Besucher, ob allein, in der Gruppe oder mit Führer. Gebucht wird auf dem regionalen Portal SIMplifica. Jeder Weg hat Startfenster von 30 Minuten, und Sie müssen in Ihrem Fenster loslaufen. Bezahlt wird sofort bei der Buchung.
Zweitens: Der schönste Weg der Insel ist zurück – aber nur in eine Richtung. Der PR1 vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo war nach dem Brand vom August 2024 zwei Jahre gesperrt. Er ist seit April 2026 wieder offen, seit dem 26. Juni an allen Tagen. Bis zum Aussichtspunkt Pedra Rija darf man in beide Richtungen gehen. Danach gilt Einbahnverkehr zum Pico Ruivo.
⚠️ Für eine Reise mit dem Mietwagen ist das der wichtigste Punkt. Wer die ganze Strecke geht, kommt nicht mehr zum Auto am Pico do Arieiro zurück. Er steigt vom Pico Ruivo nach Achada do Teixeira ab, auf der Nordseite. Planen Sie also vorher, wie Sie zurückkommen: ein Taxi, ein zweites Auto, oder eine geführte Tour mit Transfer.

Eine Unterkunft statt vier
Madeira ist klein. Die Insel misst rund 57 Kilometer von Ost nach West. Von Funchal aus erreichen Sie jeden Teil der Insel in einem Tagesausflug. Ein Hotelwechsel kostet dagegen jedes Mal einen halben Tag: auschecken, Koffer ins Auto, auf das nächste Zimmer warten.
Unser Rat: eine Unterkunft für alle sieben Nächte, in Funchal oder an der Südküste. Der Süden ist meist sonniger als der Norden. Und die Schnellstraße VR1 verläuft genau dort: 44 Kilometer von Ribeira Brava bis Caniçal, mit vielen Tunneln – und ohne Maut. Eine Maut-Box brauchen Sie auf Madeira nicht. Auf dem Festland ist das anders, wie unser Ratgeber zu Mietwagen und Maut in Portugal erklärt.
Ausführlicher Ratgeber: Madeira: Wo übernachten? Norden oder Süden, beste Lage 2026
📌 Zum Mietwagen selbst: Nehmen Sie ihn am Flughafen und behalten Sie ihn die ganze Woche. Die Straßen abseits der VR1 sind steil, eng und kurvig. Ein kleines Auto mit genug Motorleistung ist besser als ein großes. Wer das Anfahren am steilen Hang nicht gewohnt ist, nimmt besser ein Automatikauto.
💶 Noch ein Kostenpunkt: Funchal verlangt eine Kurtaxe von 2 € pro Person und Nacht, höchstens für sieben Nächte. Die Stadt hat am 1. Oktober 2026 eine Verdopplung auf 4 € beschlossen. Sie ist noch nicht in Kraft; geplant ist der Januar.

Der Plan, Tag für Tag
Alle Fahrten starten in Funchal. Die Angaben sind ungefähre Werte für die einfache Fahrt. Auf Madeiras Bergstraßen hängt die Zeit stark vom Verkehr und vom Wetter ab.
| Tag | Programm | Inselteil | Fahrt (einfach) |
|---|---|---|---|
| Tag 1 | Ankunft, Altstadt von Funchal, Markt | Süden | Flughafen ≈ 20 km |
| Tag 2 | Ponta de São Lourenço, danach Machico | Osten | ≈ 30 km, ≈ 35 Min. |
| Tag 3 | Pico do Arieiro → Pico Ruivo (Buchung!) | Gipfel | ≈ 45 Min. |
| Tag 4 | Santana und die Nordostküste | Nordosten | ≈ 1 Std. |
| Tag 5 | Cabo Girão, Hochebene Paul da Serra, Fanal | Westen | ≈ 1 Std. 15 bis Fanal |
| Tag 6 | Porto Moniz, Seixal, Nordküste | Nordwesten | ≈ 1 Std. 15 |
| Tag 7 | Puffertag für das Wetter | — | — |
Tag 2, der Osten. Die Ponta de São Lourenço ist das Gegenteil des grünen Madeira: trocken, kahl, rot und ocker, mit Klippen auf beiden Seiten. Auch dieser Weg ist ein PR-Weg und braucht eine Buchung. Gehen Sie früh: Es gibt kaum Schatten.
Tag 3, die Gipfel. Das ist der einzige Tag, den Sie vor der Reise festlegen sollten, denn die Startfenster für den PR1 sind gefragt. Rechnen Sie mit 10,50 € pro Person für die ganze Strecke. Prüfen Sie am Vorabend das Wetter in den Bergen: Oft liegen die Gipfel über den Wolken, manchmal mitten drin.
Tag 4, der Nordosten. Santana ist bekannt für seine kleinen dreieckigen Häuser mit Strohdach. Achada do Teixeira, wo der PR1 endet, liegt oberhalb von Santana. Wer am Vortag den ganzen Weg gegangen ist, kennt die Strecke schon.

Tag 5, der Westen. Der Cabo Girão liegt weniger als eine halbe Stunde westlich von Funchal. Von dort geht es hinauf auf die Hochebene Paul da Serra und weiter zum Wald von Fanal. Die alten Lorbeerbäume stehen oft im Nebel – das ist das berühmte Bild, kein Pech.
Tag 6, der Nordwesten. Porto Moniz hat Naturschwimmbecken zwischen Lavafelsen. Das große Becken ist eine angelegte Anlage mit Eintritt. Auf dem Rückweg lohnt die Küstenstraße über Seixal. Das ist der längste Fahrtag der Woche.
Tag 7, der Puffer. Auf Madeira ändert sich das Wetter schnell, und der Norden ist oft nass, wenn der Süden in der Sonne liegt. Dieser Tag ist frei, um einen verregneten Ausflug nachzuholen. War das Wetter gut, fahren Sie einfach dorthin zurück, wo es Ihnen am besten gefallen hat.

Wanderungen: einzeln zahlen oder Pass?
Die neuen Tarife werfen eine einfache Frage auf. Hier die Rechnung für eine typische Woche mit vier Wanderungen, zum Beispiel São Lourenço, der PR1 und zwei Levadas.
| Variante | Rechnung | Summe |
|---|---|---|
| Einzeln zahlen | 3 Wege × 4,50 € + PR1 10,50 € | 24 € |
| 7-Tage-Pass | 52,50 € + PR1 10,50 € (nicht im Pass) | 63 € |
Das Ergebnis ist klar: Für eine normale Woche zahlen Sie einzeln. Der 7-Tage-Pass lohnt sich erst ab etwa zwölf Wegen. Der Tagestarif von 9 € hilft nur, wenn Sie an einem Tag zwei Wege gehen.
📌 Einwohner Madeiras zahlen nicht und müssen nicht buchen. Für alle anderen gilt: Ohne gültige Reservierung droht ein Bußgeld.

Kurz gesagt
Eine Woche reicht für Madeira. Wohnen Sie sieben Nächte an einem Ort, in Funchal oder an der Südküste, und fahren Sie jeden Tag in einen anderen Teil der Insel. Die Schnellstraße kostet nichts, eine Maut-Box brauchen Sie nicht.
Und vor dem Abflug gibt es genau eine Aufgabe: das Startfenster für den PR1 buchen und klären, wie Sie vom Pico Ruivo zurückkommen. Alles andere lässt sich vor Ort nach dem Wetter planen. Wer danach noch Lust auf das Festland hat, findet hier unsere Portugal-Rundreise von Lissabon nach Porto.
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