Verkehr

Mietwagen auf Madeira: Kaution, Versicherung, Bergstraßen und Regeln

Vom Moris-Insider-Team·24. Oktober 2026·9 Min. Lesezeit

Auf Madeira ist ein Mietwagen fast unverzichtbar – und das Fahren ist leichter, als sein Ruf vermuten lässt. Die Schnellstraße VR1 verbindet die Südküste durch 30 Tunnel, ohne Maut. Schwierig wird es erst auf den steilen Nebenstraßen. Hier steht, was Sie vor der Buchung wissen sollten: Abholung am Flughafen, das richtige Auto, Kaution und Kreditkarte, Versicherung, die Regeln und die aktuellen Benzinpreise.

Braucht man auf Madeira einen Mietwagen?

Wenn Sie nur Funchal sehen wollen: nein. Für alles andere: fast immer ja.

Madeira ist eine Wanderinsel. Die schönsten Levadas, die Gipfel und die Nordküste liegen weit von Funchal entfernt. Viele Startpunkte der Wanderwege erreichen die Busse gar nicht, andere nur wenige Male am Tag. Mit dem Auto starten Sie früh, wenn die Wege noch leer sind.

Dazu kommt das Mikroklima: Im Norden regnet es öfter, in den Bergen hängt oft Nebel, während im Süden die Sonne scheint. Mit einem Mietwagen fahren Sie einfach dorthin, wo das Wetter besser ist. Mehr dazu in unserem Artikel zur besten Reisezeit für Madeira.

📌 Unser Rat: Wohnen Sie an der Südküste und mieten Sie das Auto für die ganze Reise. Wie Sie eine Woche aufteilen, steht in unserer Madeira-Rundreise mit dem Mietwagen.

Abholung: am Flughafen oder im Hotel?

Die meisten Reisenden holen den Mietwagen am Flughafen ab, dem internationalen Flughafen Madeira Cristiano Ronaldo. Die Schalter der Vermieter liegen in der Ankunftshalle auf Ebene 0, vor der Sicherheitskontrolle. Einige Vermieter haben keinen Schalter im Terminal: Ein Mitarbeiter wartet dann mit einem Namensschild, oder ein Shuttle bringt Sie zum Parkplatz. Prüfen Sie in der Buchung, welcher Fall für Sie gilt.

Gut zu wissenAm entspanntesten bucht man den Transfer schon vor der Reise: Ein Fahrer wartet am Terminalausgang, der Preis steht vorher fest – kein Verhandeln bei der Ankunft.

FlughafentransferVorab gebuchter Fahrer auf Kiwitaxi

Manche Vermieter bringen das Auto auch ins Hotel oder zum Kreuzfahrtterminal in Funchal. Das lohnt sich, wenn Sie die ersten Tage nur in Funchal verbringen: So zahlen Sie keine Miettage, an denen das Auto in der Garage steht.

Die Landebahn des Flughafens Madeira steht auf hohen Betonpfeilern direkt am Meer
Der Flughafen Madeira: Die Mietwagenschalter liegen in der Ankunftshalle, Ebene 0. Photo : Richard Bartz · CC BY-SA 3.0

⚠️ Bei der Abholung: Fotografieren oder filmen Sie das Auto von allen Seiten, auch die Felgen und die Windschutzscheibe, bevor Sie losfahren. Auf Madeira sind kleine Kratzer durch enge Straßen und Parkplätze häufig – Sie wollen nicht für die Kratzer des Vormieters zahlen.

Welches Auto für Madeira?

Ein Kleinwagen reicht für zwei Personen. Aber nehmen Sie nicht den schwächsten Motor: Auf Madeira gibt es Steigungen, die ein sehr kleiner Motor mit vier Personen und Gepäck nur im ersten Gang schafft. Ab drei Personen ist die Kompaktklasse bequemer.

Schaltwagen oder Automatik? Wenn Sie das Anfahren am Berg mit Handbremse nicht gewohnt sind, buchen Sie eine Automatik. In Madeiras Dörfern steht man oft an einer steilen Kreuzung, mit einem Auto direkt hinter sich. Automatikwagen sind seltener in der Flotte: Buchen Sie sie früh, besonders für Ostern, den Sommer und Silvester.

Ein großer SUV ist dagegen kein Vorteil. Die Gassen der Dörfer und die Parkhäuser in Funchal sind eng. Kompakt und kräftig ist die beste Kombination.

Kaution, Kreditkarte und Versicherung

Das ist der Punkt, an dem die meisten Reisenden Fehler machen. Drei Begriffe muss man kennen:

Mietwagen ohne Kreditkarte? Das geht bei manchen Vermietern, aber die Auswahl ist deutlich kleiner. Oft müssen Sie dann die Zusatzversicherung des Vermieters ohne Selbstbeteiligung abschließen. Prüfen Sie das vor der Buchung, nicht am Schalter.

Für die Selbstbeteiligung gibt es zwei Wege:

📌 Lesen Sie, was ausgeschlossen ist: Reifen, Unterboden, Glas und Spiegel sind es oft. Genau diese Teile leiden auf engen Bergstraßen. Und achten Sie auf die Tankregelung: „voll/voll“ ist die fairste.

Die Straßen: Schnellstraße, Bergstraßen, alte Küstenstraße

Die VR1 ist die Hauptachse der Insel: eine Schnellstraße von 44 Kilometern zwischen Ribeira Brava im Westen und Caniçal im Osten, vorbei an Funchal und dem Flughafen. Sie hat 30 Tunnel; der längste, bei Caniçal, misst rund 2,1 Kilometer. Maut zahlen Sie hier nicht. Lassen Sie im Tunnel das Licht an und überholen Sie dort nicht.

Die Schnellstraße VR1 führt auf einem Viadukt an der Steilküste vorbei an den Häusern von Campanário
Die VR1 bei Campanário: 44 Kilometer Schnellstraße, 30 Tunnel, keine Maut. Photo : Mark Woodbury · CC BY 2.0

Die Bergstraßen sind der eigentliche Test. Sie sind steil, kurvig und oft schmal. Drei Regeln helfen:

Blick von der Straße ER228 am Encumeada-Pass auf die Berge im Inneren von Madeira
Am Encumeada-Pass: Hier wird es steil und kurvig – ein kleiner Gang ist Ihr Freund. Photo : Gerda Arendt · CC0

Die alten Küstenstraßen, etwa die alte ER101 im Norden, sind spektakulär. Viele Abschnitte sind heute wegen Steinschlag gesperrt; die neuen Straßen führen durch Tunnel. Beachten Sie die Sperrschilder: Sie stehen dort nicht ohne Grund.

Ein Wasserfall stürzt neben der alten Küstenstraße bei Porto Moniz die Steilwand hinab
Die alte Küstenstraße bei Porto Moniz: eng, spektakulär und teilweise gesperrt. Photo : Thomas Hobbs · CC BY-SA 2.0

⏱️ Rechnen Sie mit mehr Zeit, als das Navi sagt. Für die Wanderungen bedeutet das: früh losfahren, denn die Parkplätze an den bekannten Startpunkten sind klein. Unsere Levada-Wanderungen nennen die Startpunkte.

Die Regeln: Tempo, Alkohol, Führerschein

Auf Madeira gilt das portugiesische Verkehrsrecht. Laut dem offiziellen EU-Portal „Your Europe“:

Führerschein: Ein Führerschein aus einem EU-Land gilt in ganz Portugal. Mit einem Führerschein aus einem anderen Land fragen Sie den Vermieter vor der Buchung. Das Mindestalter legt jeder Vermieter selbst fest; für junge Fahrer verlangen manche einen Zuschlag. Es steht in den Mietbedingungen.

Gut zu wissenIn der Hochsaison sind Mietwagen schnell vergeben, und die Preise steigen, je näher der Termin rückt. Wer die lokalen Vermieter vorab vergleicht, sichert sich Auto und Tarif in Portugal – Kaution und Versicherung inklusive Überblick.

Mietwagen in PortugalLokale Vermieter im Vergleich auf Localrent

Benzinpreise und Parken

Auf Madeira legt die Regionalregierung jede Woche Höchstpreise für Kraftstoff fest. In der Woche ab dem 19. Oktober 2026 waren das 2,035 € pro Liter Super 95 und 2,085 € pro Liter Diesel. Tankstellen dürfen weniger verlangen, aber nicht mehr. Die Insel ist klein: Eine Woche mit dem Auto braucht selten mehr als ein, zwei Tankfüllungen.

Parken in Funchal ist meist kostenpflichtig: am Automaten oder per App, mit Zeitlimit. Lesen Sie das Schild an der Straße. Gelbe Linien bedeuten Parkverbot. Einfacher sind die Parkhäuser im Zentrum. Wenn Ihr Hotel in Funchal keinen Parkplatz hat, ist das ein guter Grund, das Auto erst ab dem dritten Tag zu mieten. Welche Orte sich als Basis eignen, steht in unserem Ratgeber Madeira: Wo übernachten?.

Mit dem Mietwagen nach Porto Santo?

Die Fähre Lobo Marinho der Porto Santo Line verbindet Funchal mit der Nachbarinsel Porto Santo und nimmt auch Autos mit. Die Überfahrt dauert etwa zweieinhalb Stunden.

Das Fährschiff Lobo Marinho der Porto Santo Line liegt im Hafen von Funchal
Die Lobo Marinho nach Porto Santo nimmt auch Autos mit – fragen Sie vorher Ihren Vermieter. Photo : Artur7Filipe · CC BY-SA 4.0

⚠️ Fragen Sie vorher Ihren Vermieter. Ob ein Mietwagen auf die Fähre darf, steht im Vertrag. Ohne schriftliche Erlaubnis gilt bei einem Schaden womöglich keine Versicherung. Porto Santo ist klein und flach: Für einen Tagesausflug lassen viele das Auto in Funchal stehen.

Kurz zusammengefasst

Wenn Sie auch eine Rundreise auf dem Festland planen, gelten dort andere Regeln, vor allem bei der Maut. Alles dazu in unserem Ratgeber zu Mietwagen und Maut in Portugal.

Moris Insider

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